Junggesellencorporation von 1648 zu Burgdorf
Junggesellencorporation von 1648 zu Burgdorf

Eckpunkte

Durch die Jahrhunderte erhalten haben sich bis heute Tradition und Brauchtum.   Was aber nicht heißt, dass das Corps nicht auch die jeweiligen Zeichen der Zeit erkannt hat. Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts verstärken die Junggesellen die Öffentlichkeitsarbeit. Fahrradrallyes, insbesondere für die Jugend der Stadt, werden ausgeschrieben.

 

Mit großartiger Resonanz präsentieren sich die Fahnenjunker seit 1980 auf dem Oktobermarkt, dem Altstadtfest der Auestadt. Ein attraktives Bühnen- und Showprogramm begleiten die drei Veranstaltungstage.

 

Auch spielen Freundinnen und Frauen der Fahnenjunker heute eine nicht unwesentliche Rolle. So wird unter anderem seit 1984 ein Damenpokal ausgeschossen, der während der Weihnachtsfeier verliehen wird. Das Schiessen für und mit den Frauen, an jedem ersten Mittwoch im Monat, wird eingeführt um die mangelnde Beteiligung am Schießsport zu beleben.

 

Mit einem „Tag der Junggesellen“ am 08. Mai 1976 auf dem Spittaplatz präsentierte sich das Corps erstmals außerhalb von Schützenfesten und Monatsversammlungen. Eigens hierfür wurde eine Broschüre herausgegeben, in der sich die Fahnenjunker mit ihrer Geschichte und ihrem Wesen darstellten. Ein von Friedrich Herrmann gestellter Wohnwagen diente als Informationstreff für die am Corps interessierten jungen Männer der Auestadt. Der Spielmannszug der Burgdorfer Schützengesellschaft und das Fanfarenkorps der Wikinger umrahmten mit einem Platzkonzert, bei herrlichem Frühlingswetter, diese Veranstaltung.

 

Tradition sind auch die Bräuche und Sitten zu den jeweiligen Schützenfesten. Über die Jahrhunderte hinweg erhalten hat sich das Brauchtum der Schaffer. Zu früheren Zeiten hatten sie das gesamte Schützenfest organisatorisch fest in ihren Händen. Diese Aufgabe erfüllen die Schaffer heute nur noch für die Corporation der Junggesellen. Sie sind es auch, die seit dem ersten Schützenfest nach dem            1. Weltkrieg, im Jahre 1922, den Ummarsch zum Festplatz am Donnerstag vom Rathaus aus- nach dem großen Zapfenstreich- anführen.

Ein alter Brauch ist das Abholen des Teddys für den jüngsten Vater des Corps am ersten Abend der beginnenden Schützenfesttage, traditionell das Sammeln mit Kostümen am Schützenfestsamstag. Ein fröhlich, lustiges Völkchen zieht, musikalisch begleitet durch die Gassen und Straßen der Altstadt, um „nach alter Tradition Essen und Trinken abzuholen“. Diese fröhliche Stimmung übertrug sich auch zu früheren Zeiten auf die Bevölkerung.

 

Aber nicht nur zu feiern verstehen es die Fahnenjunker von 1648. Bedacht werden auch die Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. So wird das Satzgeld des Pokals der Stadtsparkasse, den diese anlässlich des 333jährigen Bestehens des Corps im Jahre 1981 gestiftet hat, seit Jahren jeweils einer karitativen oder sozialen Organisation zugeführt. 1994 verteilen der damalige Vorsitzende Michael Fritsch und der Ehrenvorsitzende Wolfgang Obst 1000 Freifahrtscheine an die Kinder der Burgdorfer Kindergärten. Zuvor schon bedachten die Fahnenjunker am 18. August 1977 die Lebenshilfe und auch die Kindergärten mit allerlei süßen Leckereien. Und auch das Kreisaltersheim wurde an einem Samstag vor Ostern von den Junggesellen aufgesucht.

 

Strenge Tradition ist seit eh und je, dass nur ein echter Burgdorfer Junge dem Junggesellencorps beitreten kann. Er muss mindestens 17 Jahre alt sein sowie seine Schul- oder Berufsausbildung abgeschlossen haben. So steht es jedenfalls in den jahrhundertealten Aufnahmestatuten. Berufs- und Schulausbildung spielen für die Aufnahme heute keine große Bedeutung mehr. War es bis Mitte der 60er Jahre noch möglich, mit 17 Jahren in das Berufsleben und damit in die Lehre entlassen zu werden oder die Ausbildung war gar schon abgeschlossen, ist dieses durch längere und erweiterte Schulbesuche heute nicht mehr möglich.

Eine Satzungsänderung 1971 bewirkte, dass von nun an auch verheiratete Fahnenjunker weiterhin im aktiven Corps bleiben können. Zuvor mussten sie ausscheiden und wurden als Ehrenmitglieder geführt. Anlass war die Hochzeit des damaligen Vorsitzenden Jürgen Schlüter. So konnte Schlüter nicht nur im Corps verbleiben, sondern auch weiterhin diesem vorstehen.

 

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© Michael Fritsch